Ein paar Worte zu den Murmeltiertagen

Die Wochentage sind seit Corona alle gleich.

Montag, Dienstag, Samstag,… egal. Es ist ein Murmeltiertag. Erwachsene arbeiten von früh bis spät. Sei es für extern (Arbeit) oder intern (Kinder).

Täglicher Job seit Wochen: es jeden Tag besser zu machen.

Zum Thema, wie wir dies gewuppt bekommen (oder auch nicht), habe ich einige Gedanken als Powerpoint (Link) zusammengefasst 🙂 .

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Viele Freelancer arbeiten aktuell einfach weiter – ich wünsche mir andere Firmen würden von ihnen abschauen

Wenn ich in letzter Zeit mit Mitarbeitern großer Konzerne und kleiner Firmen spreche, habe ich das Gefühl, in einem Elfenbeinturm zu leben. Die mich coachende Mona Haug warnte mich gar, ich sollte aufpassen, keine Gefühle dritter Parteien zu verletzen. Grund: mein Arbeitsleben hat sich eigentlich nicht verändert. Meine Wertschöpfung und die der Brinkhaus GmbH läuft weiter, wie zuvor.

Tatsächlich geht ein wichtiger Kunde gerade in einen Shutdown und wird danach evtl. seine Budgets hinterfragen. Aber ansonsten läuft alles relativ normal weiter.

Währenddessen gehen viele Betriebe schlicht in den Shutdown. Arbeitszeit des noch verbliebenen Personals wird zu relevanten Teilen das Einholen staatlicher Gelder und die Verwaltung des Shutdowns gesteckt.

Ich appelliere dringend an den „Sense of Urgency“ ja, ich weiß, dass dies manche als abgedroschenes Wort empfinden. Aber vergessen Sie bitte Gedanken, dass Corona in vier Wochen vorbei sei. Bitte investieren Sie auch Arbeit darin, wie Ihr Unternehmen in einigen Wochen trotz Corona weiterläuft.

Warum ich das wirklich möchte? Weil ich es grausam finde, wie so viele nur noch am Shutdown arbeiten und sich dabei weltweit die Betriebe und Verbraucher gegenseitig herunterziehen.

Schon zu Zeiten meines letzten Großkonzern-Arbeitgebers (KOMET), war ich im dortigen Konzern auf meine Weise „speziell“. Ich war u.a. der „Digital Native“ unter den Zerspanern. Aber halt auch jemand, der sowohl im ICE, als auch zuhause, als auch im Büro lückenlos weiterarbeiten könnte. In dieser Zeit war es ein stiller Gedanke, dass andere sich von dieser Arbeitsweise Scheiben abschneiden sollten.

Inzwischen sehe ich es als allgemeinen Bedarf, mit Verve – jetzt – Teile dieses Gedankenguts weiter zu verbreiten.

Frage also: wieso arbeiten Freelancer zu Teilen einfach weiter?

Ich bin Ende 2018 wieder als Freelancer gestartet. Diese Berufsgruppe kann ortsunabhängig arbeiten. Sie „sieht“ Gesprächspartner zumeist per Videokonferenz. Sie geht nur ab und zu auf Reisen. Es gibt eingespielte Prozesse mit den Kunden, die sich auf Telezusammenarbeit fokussieren. Der Freelancer selbst ist oftmals der Know-How-Träger darüber, wie man mit auf diese Weise gut arbeiten kann. Er bringt dies in seine Kundenfirmen ein, so dass hinterher ein sichtbarer Zustand entsteht, in dem er alle gut zusammenarbeiten.

Personen oder Firmen, die so aufgestellt sind, arbeiten aus meiner Sicht – bisher – oftmals weiter, wie zuvor. Die Wertschöpfungsfähigkeit so organisierter Strukturen bleibt nach meiner aktuellen Erfshrung intakt.

Exkurs „Aufstellung als Freelancer“:

Das Freelancerdasein ab Ende 2018 führte dazu, dass zuhause ein Schreibtisch existiert. Das Haus hat eine Internetleitung (kabelgebunden) von 100MBit im Download und 12MBit im Upload. Internet wird per Mesh-WLAN so verteilt, dass eine gewisse Ausfallsicherheit da ist: selbst über WLAN sind Videokonferenzen möglich.

Es gibt einen lokalen Server, sowie aus Gründen der Datensicherheit ein nächtlich laufendes Konzept für Backups in die Cloud. Es gibt einen Tresor. Es gibt eine gute Kamera für Videotelefonie. Ich habe ein ANC-Headset, welches dafür sorgt, dass ich mich auch dann besprechen kann, wenn die Umgebung normalerweise nicht dazu geeignet wäre.

Ich spreche täglich 2-3h mit Mitstreitern per Skype / Circuit / Telefon. Meinen Mitarbeiter und meine Kunden spreche ich zumeist per Skype oder per Telefon.

Um meine Reisefähigkeit möglichst hoch zu halten, besorgte ich mir inzwischen für teure 8€/Stück ein 20er-Set waschbarer Atemmasken. Ich besitze inzwischen einen kleinen Desinfektionsspraysprüher, der in die Innentasche des Jackets passt.

Klingt für Sie komisch? Mag sein. Mein Mitarbeiter und ich arbeiten aber einfach weiter, wie zuvor. Und machen noch (?) volle Umsätze.

Weil die Strukturen dazu geeignet sind. Sie können vielleicht nur einen Teil übernehmen. Das Gedankengut einer gewissen geistigen Flexibilität möchte ich Ihnen dennoch nahelegen.

Hauptthese: man viele Bereiche einer Firma so organisieren, dass sie verteilt funktionieren. Wer im ICE für Sie arbeiten kann, macht das auch im Homeoffice einfach weiter.

Als Führungskraft in der KOMET-Gruppe baute ich eine Entwicklungsabteilung in Bangalore auf. Die Zentrale der KOMET-Gruppe war im Süden Deutschlands. Meine Zweigstelle „KOMET Brinkhaus“ war im Norden Deutschlands. Wir stellten unser Know-How für die Restgruppe in Form von Wikies, Telefonsupport, und weltweit reisendem Servicepersonal. Viele Personen, mit denen ich kontaktete, hatten ihre meisten Arbeitskontakte per Videokonferenz, Telefon oder Mail. Unsere weltweit reisenden Personen hatten spezielle SIM-Karten, mit denen sie selbst in Shanghai im Taxi ungezwungen Mails beantworten konnten.

Wichtig hier: mit dem entsprechenden Mindset ließ sich eine Truppe aufbauen, die sich nicht zwingend persönlich sehen musste. Nur 1/3 der Mitarbeiter waren im Büro.

Den Großteil davon konnte ich fließend in mein Freelancer-Dasein ab 2019 übernehmen. Wenn nun also z.B. in Deutschland innerhalb von rund 18 Monaten eine neuer Überwachungssystemhersteller für Werkzeugmaschinen entstanden ist, liegt das auch daran, dass ich kein Problem hatte, einen Inder im Ruhrgebiet, einen Deutschen in Polen und einen Bayern (in Bayern) als Entwicklungsteam zu leiten. Ich übernahm dabei einen Großteil der Programmierung der Kernsoftware. Gleichzeitig nahm ich als Scrum-Rolle routiniert eine Mischung Scrum-Master und Product Owner ein. Der Kunde hat inzwischen erfolgreiche Tests bei Maschinenherstellern gemacht. Da in das Produkt sehr viele Dinge eingingen, die aktuelle Kundenwünsche am Markt widerspiegeln, gelingt trotz Corona ein Markteintritt.

Bedroht ist dies erst mittelfristig durch den Shutdown von Kunden oder deren Kunden. Bedroht ist dies ferner aktuell durch den höheren Arbeitszeitanteil in Anwesenheit von Kindern.

Auch hier gilt: Wertschöpfungsfähigkeit so organisierter Strukturen bleibt auch mit Corona im Großen und Ganzen intakt.

Ich habe seit Ende 2018 als (teils) alleinerziehender Kinder im Haus. Ich war also daran angepasst.

Meine Partnerin arbeitet. Ihre Kinder sind zu 50% bei uns. Ich arbeite. Meine Kinder sind zu rund 2/3 bei uns. Es sind in Summe 5 Jungs von 3-8 Jahren.

Dies bedurfte regelmäßiger PDCO-Zyklen 🙂 . Hier wurden wir auch nie „fertig“. Organisatorisch gesprochen: die PDCO-Zyklen laufen kontinuierlich weiter 🙂 .

Dieser Teil hat sich schlagartig geändert. Wir waren nur besser vorbereitet, als andere, nicht aber geeignet vorbereitet. Da das Thema hier wesentlich zu weit führen würde, lagere ich es in einen separaten Artikel aus. Kern dieses anderen Artikels: suchen Sie Lösungen weiterzuarbeiten, anstatt wegen Problemen den Shutdown zu organisieren!

Was ich Ihnen als Anregung mitgeben möchte:

  • Sie haben aktuell die große Chance, dass Ihre Mitarbeiter überdurchschnittlich veränderungsbereit sind. Jeder Arbeitnehmer will weiterarbeiten. Die Betriebe haben Bedarf an trotz Corona lauffähigen Wertschöpfungsketten.

    Sie haben die große Chance, hinterher leistungsfähigere, ortsunabhängigere, familienfreundlichere Firmenstrukturen geschaffen zu haben.
  • Lassen Sie Ihre Mitarbeiter Abstand halten, anstatt sie nach Hause zu schicken. Hängen Sie Poster auf, die Mitarbeiter und Besucher dabei mitnehmen. Erläutern Sie dort z.B., dass man sich keine Hand gibt und sich nicht umarmt. „Lächeln ist das neue Begrüßen.“
  • Sorgen Sie intern für Akzeptanz von Videokonferenzen anstelle persönlicher Meetings. Verschieben Sie Meetings in Videokonferenzen. Schreiben Sie Leitfäden für solche Konferenzen und halten Sie sich selbst daran. Passen Sie die Leitfäden an. Sehen Sie zu, dass jeweils eine Person vor einem Rechner sitzt, und alle ein Headset haben, so dass alle symmetrisch und ordentlich kommunizieren können.
  • Bauen Sie sich Netzwerke, mit denen sie in Strukturen arbeiten können, in denen weniger direkter Kontakt herrscht. Sowohl Mitarbeiter von Zulieferern, als auch solche von Kunden wollen sich eventuell selbst nicht persönlich treffen. Sie wollen aber weiter mit Ihnen arbeiten. Wenn Sie es gut machen, können alle die Wertschöpfung am Ende mit geringeren Reisezeiten haben, als vorher.

    Unterstützen Sie Ihre Zulieferer dabei. Sorgen Sie dafür, dass hinderliche Aspekte in ihrer Firma gefunden und konsequent verändert werden. Lassen Sie die Kunden und Zulieferer elektronisch in Ihr Haus.
  • Lassen Sie externe externe Servicetechnikerbesuche ihr Know-How einbringen, indem diese ihre internen Instandhalter per Skype / AR-Brille lenken. Lassen Sie externe Servicedienstleister wo möglich punktuell per VPN in Bereiche ihres Firmennetzes.
  • Nehmen Sie Büros so auseinander, dass Mitarbeiter einer Know-How-Gruppe nicht mehr gesammelt in einem Büro sitzen. Saßen z.B. vorher je zwei Controller und Ingenieure in je einem Büro mit Controllern bzw. Ingenieuren, so mischen Sie temporär die Büros.

    Wird dann ein Controller/Ingenieur krank, schicken Sie seinen Bürokollegen konsequent nach Hause. Dann fehlt halt neben dem Controller auch ein Ingenieur. Es würde aber frühestens beim zweiten – parallel auftretendem – Krankheitsfall auftreten, dass Sie keinen Controller oder keinen Ingenieur mehr in der Firma haben.
  • Entfernen Sie in der Kantine 50% der Stühle. Schreiben Sie vor, dass die Mitarbeiter sich nur diagnonal voneinander setzen dürfen und jeweils neben sich einen virtuellen Platz frei halten. Geben Sie in der Kantine nur noch abgepacktes Essen aus oder ergreifen Sie andere Maßnahmen, um deren Betrieb aufrecht zu erhalten. Das geht finanziell besser, als alle nach Hause zu schicken.
  • Kaufen Sie Ihren Mitarbeitern Atemmasken aus dem nicht-medizinischen Bereich. Vereinbaren Sie, dass damit weitergearbeitet wird. Das kann zum Beispiel damit verbunden sein, jedem Mitarbeiter 5-10 Stück zu kaufen und den Mitarbeitern diese zu schenken. Kommen sie selbst mit Maske zur Arbeit. Und dann arbeiten Sie (alle) weiter.
  • Entwicklungsprozesse können zu guten Teilen weiterlaufen, wenn man sich in der Welt der Scrum-Methodik nach Lösungen umschaut, anstatt sich damit abzufinden, dass Corona die Firma vor zu große Probleme stellt. Ich weiß, dass es manchmal fremdartig daherkommen mag, wenn Berater Scrumelemente gleich einer Bibel vor sich her tragen. Es muss nicht ihre Bibel werden! Sehen Sie es als Ideenpool, aber machen Sie, was Sie aus diesem Pool für hilfreich halten.
  • Ebenso lassen sich viele andere Prozesse so umgestalten, dass sie unabhängiger vom Ausführungsort der Arbeit werden.

    Jetzt ist die Zeit, Prozesse anzupassen und die sowieso nötige Organisationsarbeit als Chance zu nutzen.
  • Es gibt eine Menge Personen in Deutschland, die das richtige Mindset haben, Ihnen die laufenden Prozesse funktionierend und ISO9001-konform in Corona-Zeiten zu übertragen. Nutzen Sie das! Ja, dann zahlen Sie ggf. halt Berater. Ein Shutdown ist im Vergleich teurer.
  • Coachen Sie Ihre Mitarbeiter darin, sich zuhause ordentliche Strukturen einrichten. Coachen Sie sie darin, sich nötigenfalls abzugrenzen UND den Kindern ein schönes Zuhause zu bieten. Sorgen sie dafür, dass durch Gedankengut wie „wir sitzen nicht im Bademantel bei der Arbeit“ eine gewisse Ernsthaftigkeit und Arbeitsqualitätsbewusstsein aufrecht erhalten wird.

Zusätzlich werden immer weitere Maßnahmen nötig sein. Mir geht es bei oberem nicht um eine vollständige Liste von Maßnahmen für einen Betrieb, sondern um ein Mindset.

Mein Hauptpunkt: viele Freelancer können aktuell einfach weiterarbeiten. Suchen Sie Ihre Wege, dieses Gedankengut auch in Ihre Firma zu holen. Unter Aspekten der geistigen Mobilität und den Möglichkeiten, ohne direkten Kontakt zu arbeiten,

Insbesondere dann, wenn Sie sonst Arbeit in den Shutdown der Firma stecken müssten, stecken Sie diese Arbeit doch bitte darein, wie es weitergehen kann, wo möglich.

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Cookbook „Start in Tätigkeit als freier Ingenieur“

Anfang 2008 machte ich mich das erste Mal als freier Ingenieur selbstständig. Rückblickend erinnere ich mich daran, wie mir 2008 ein Kollege vom damaligen Arbeitgeber etwas empört sagte

„Du kannst doch nicht einfach eine Visitenkarte drucken und Dich Ingenieurbüro nennen“.

Kollege am IFW, 2008


An diesen Punkt möchte ich hier anknüpfen. Die Kurzantwort lautet nämlich „Doch!“ – auch wenn ich heutzutage einige Dinge gründlicher angehe, als früher 🙂 .

Als ich nun zum 1.1.2019 – nach 10 Jahren Berufserfahrung im Firmenaufbau – wieder in den Status des freien Ingenieurs wollte, arbeitete ich das nötige Programm inzwischen routiniert ab 🙂 .

Für interessierte Personen, habe ich die Inhalte meiner letzten Wochenenden und Abende hier als „Cookbook“ zur Selbstständigkeit aufgelistet 🙂  .

Erster Hinweis vorab: das Ingenieurswesen ist ein sogenannter freier Beruf. Es kann sich jede Person mit entsprechender Ausbildung selbstständig machen, indem sie es einfach „tut“. Es gibt keine weiteren rechtlichen Erfordernisse, wenn man die grundsätzlichen Spielregeln beachtet.

Zweiter Hinweis vorab: beginnt 4-8 Wochen vor Durchziehen des unteren Programms, Eure Fühler auszustrecken. Prüft, ob Eure Selbstständigkeit funktionieren kann. Im Regelfall identifiziert Ihr dabei mögliche Kunden und sprecht diese an. Ziel sollte sein, dass Ihr einen Teil Eurer Akquisearbeiten vorab beginnt, so dass die ersten Aufträge zeitnah zu den Kosten eingehen, die durch die unteren Tätigkeiten entstehen.

Cookbook „Selbstständigkeit als freier Ingenieur“

Aktion: bestellt bei Eurer Bank ein separates Konto. Auf dieses lasst Ihr die Kunden alle Geschäftseinnahmen überweisen. Von diesem tätigt Ihr alle Geschäftsausgaben. Von diesem überweist Ihr Euch alle „Gehälter“ auf Euer Privatkonto.

Aktion: geht zum Steuerberater, mit dem Ziel, dass er Eure Buchhaltung führt.Später gebt Ihr ihm für alle Einzahlungen und Auszahlungen auf dem Konto je 1 Beleg. Überweist ein Kunde Geld, bekommt der Steuerberater die Rechnung, auf die der Kunde bezahlt hat. Lasst Ihr Euch Geld für eine Dienstreise (Bahnticket, Taxiquittung) auf das Privatkonto überweisen, gebt Ihr ihm die Quittungen. Ihr gebt demselben Steuerberater bei Jahresende den Auftrag, Eure Steuererklärung zu machen.

Aktion: 4-wöchiger Exkurs, unter Bedingung, dass eine GmbH erwünscht ist: gründet die GmbH. Als freier Ingenieur braucht Ihr dies normalerweise nicht.

Wichtigste Aspekte: es führt zu Beginn zur kurzfristigen Kapitalbindung von rund 25T€, kostet in der Gründung 8-16h  Stunden mehr Arbeit, verzögert viele Schritte um mehrere Wochen, erzwingt einen erhöhten Verwaltungsaufwand, verbessert Euren Außenauftritt, erschwert Geldentnahmen und erleichtert manche Steuertricks. Im Regelfall benötigt Ihr als freier Ingenieur keine GmbH und es ist verhältnismäßig, eine eventuelle GmbH später zu gründen.

Wenn dennoch gewünscht: sprecht den Steuerberater hierauf an. Er und ein Notar werden Euch gegen Entgelt gern durch die fehlenden Punkte führen.

Kurzfassung: Notar die GmbH anmelden und mit einer Satzung versehen lassen, Firmenkonto nicht auf Euch sondern für die GmbH einrichten,  25T€ einzahlen, mit Einzahlungsbeleg der 25T€ wieder zum Notar, Geschäftsführervertrag zwischen GmbH und sich selbst schließen. Zwischendurch dem Notar gut zuhören, beim Notar mitdenken, beim Notar Unterschriften leisten. Alle anfallenden Rechnungen von Notar und Amtsgericht bezahlen 🙂 (rund 1,5T€).

Aktion: kauft einen Arbeitslaptop oder bestimmt einen Privatlaptop zum Arbeitslaptop. Kauft ggf. zusätzliche Dinge (bei mir: gebrauchter Laptop, Dockingstation, zwei Monitore, Funkmaus, Tastatur).

Aktion: erstellt Euer Firmennetz. Kauft Euch dazu einen WLAN-Router, der zwischen Hausnetz und Gastnetz trennen kann. Wenn Haus/Wohnung zu groß sind, kauft WLAN-Router und WLAN-Repeater  mit Eigenschaft „Mesh-Fähig“, die ein zuverlässiges WLAN aufspannen (Ihr wollt arbeiten, wenn Ihr fertig seit). Ich kaufte 1x Fritzbox 6390 Cable, 3x Fritz Repeater 1750E.

Gebt Euch im Büro mit nichts unter einer 50MBit-Anbindung an Euren Server zufrieden (bei mir: Anbindung der Dockingstation mit Kabelverbindung zum nächsten Repeater). Kauft ein NAS  mit der Fähigkeit, durch Nutzung zweier Festplatten eine Ausfallsicherheit bei Ausfall einer Festplatte zu bieten (bei mir: Synology DS214). Kauft die nötigen Festplatten. Bindet das NAS per Kabel an den Router oder einen der Repeater an (bei mir: Router und NAS im Keller, verbunden per Kabel).

Ergebnis a) Ihr kommt mit dem genannten Aufbau – ohne Kabel zu verlegen – auf ein gutes Firmennetz. Im unteren Bild kann man z.B. sehen, dass der Teilnehmer „DESKTOP-4GTAC6K“ per LAN an einem Fritz-Repeater hängt, der 526MBit als Verbindung zum Router abschätzt… an dem dann wieder per 1GBit-Leitung (direkt an der Fritzbox angeschlossen) das zentrale NAS „Brinkhaus“ angeschlossen ist. –> >stabile 100MBit, ohne Kabel.
Ergebnis b) Ihr habt Euer Firmennetz von Gästen getrennt. Das Netz ist „Euers“. Hausgästen, die „mal eben ins Internet“ möchten, gebt Ihr nämlich den WLAN-Code des Gastnetzes.

Aktion: richtet das NAS ein. Ihr benötigt insbesondere Dateifreigaben im Windows-Netzwerk, einen VPN-Server für Zugang von außen. Erstellt auf dem NAS direkt eine Ordnerstruktur, in die die ersten Dateien ihren Weg finden. Beispielordner: Präsentationen, Projekte, Verwaltung, Vorlagen.

Aktion: erstellt vom leeren Blatt Papier ein Firmenkonzept:

  1. Schreibt auf, was Ihr arbeiten möchtet, welche besonderen Fähigkeiten Ihr habt, an welchen Arbeiten Ihr Interesse habt.
  2. Überlegt Euch dann, was Eure Kunden sind.
  3. Überlegt Euch dann, was Eure Kunden lesen müssen, um Euch für die Arbeiten interessant zu finden, die ihr nach Punkt „1.“ aufgelistet habt.
  4. Vergegenwärtigt Euch, dass Eure persönliche Interessenslage vermutlich in dem liegt, was unter Punkt „1.“ steht, Ihr aber stattdessen kommunizieren müsst, was unter Punkt „3.“ steht. Denn das interessiert Eure Kunden. Und die zahlen Euer Gehalt.
  5. Beginnt in Gedanken, die Punkte aus „3.“ in einer Unterlage für Kunden zu verschriftlichen. Wie könnte eine Firmenpräsentation oder eine Webseite aussehen? Sucht im Internet nach Webseiten anderer Dienstleister, die ähnliches leisten. Sucht gewissermaßen Euch selbst.

Aktion: bucht auf Mietbasis die elektronische Firmeninfrastruktur. Bucht dazu eine Domain bei einem großen Anbieter (bei mir: Strato). Bucht hierbei ein Paket, welches die Installation von Content Management Systemen (CMS) ermöglicht. Installiert in Eurem Webspace ein CMS, das viele Menschen verwenden, so dass Ihr per Google schnell Hilfestellungen findet (bei mir: WordPress). Mietet beim Buchen ein Exchange-Postfach und eine Office-Lizenz dazu. Am Ende sollte herauskommen, dass Ihr einen Webspace und ein lauffähiges Office habt. Ich kaufte alles in einem Paket bei Strato. Man kann freilich auch bei einzelnen Anbietern Einzelmodule kaufen.

Aktion: bestellt Euch einen Drucker mit Scanfunktion, kauft einen Vorrat farbige und schwarze Tintenpatronen, Papier. Bindet den Drucker in Euer WLAN ein, druckt eine Testseite von Eurem Arbeitslaptop. Tipp: bestellt Drucker, Patronen usw. per Amazon. Das führt dazu dass Ihr bei späterem Bedarf an Tintenpatronen formlos aus der Amazon-Webseite heraus Patronen nachbestellen könnt (und nicht zum Saturn etc gehen müsst :-), nur weil Euch eine schwarze Tintenpatrone fehlt).

Aktion: installiert Euch Software für diverse Standardfälle Eurer Arbeit auf den Dienstlaptop. Bei mir waren dies Gimp (Bildverarbeitung), nach Einlesen in Fachartikel ein Python-Paket (IDE, Pakete, …) zum Durchsehen und Auswerten großer Datenmengen (Data Mining), Eclipse für spontane Dinge mit Java/C/C++, Acrobat Reader und Skype. Es geht in diesem Absatz nicht darum, die Pakete alle auf einmal zu benutzen. Es geht nur darum, dass Ihr sie herunterladet, installiert und mit einer Basisinbetriebnahme verseht, solange Ihr eine ordentliche Internetverbindung zuhause am Schreibtisch habt. Seid Ihr einmal unterwegs, können vermeintlich kleine Downloads ein Problem werden. Denkt einfach jetzt nach, was Ihr benötigt oder benötigen könntet, ladet es herunter/bezahlt es und installiert es 🙂 .

Aktion: erstellt ein Logo. Überlegt Euch dazu, welche Farben Ihr hauptsächlich nutzen wollt. Sucht dann im Internet nach Ideen für Logos. Zeichnet dieses Logo auf eine leere weiße Powerpoint-Folie. Kopiert es auf ein weißes und ein schwarzes Rechteck. Exportiert dann das unmodifizierte Logo, das auf schwarzem Grund und das auf weißen Grund in je eine PNG-Datei und legt diese in einem temporären Firmenordner auf Eurem Rechner ab. Ziel dieser Arbeiten: drei Dateien „Logo weißer Hintergrund“ / „Logo schwarzer Hintergrund“ / „Logo transparent“ zur späteren Nutzung in Briefvorlagen, Webseiten, etc. . Zielbild wäre eine Ablage, die unterer ähnelt.

Aktion: sperrt Eure Webseite. Während Ihr Eure Webseite baut, muss keiner Zwischenergebnisse Eurer Webseite sehen. Sucht dazu per Google Möglichkeiten, die Sicht auf eine Webseite des von Euch gewählten CMS einzuschränken. Setzt dies um (bei mir: Plugin „Hide my Site“ für WordPress).

Aktion: füllt Eure Webseite. Setzt Euch dazu mit Word, Zettel+Papier o.ä. hin und erstellt eine Baumstruktur des Menüs Eurer Webseite. Diese wiederum füllt Ihr nach und nach mit den Inhalten des Punkts „3.“ und „5.“ aus „Erstellt vom leeren Blatt Papier ein Firmenkonzept“. Ab da werdet Ihr erstmal beschäftigt sein. Das Befüllen der Webseite wird Euch aufzeigen, was Euch an Inhalten für Euren Geschäftsauftritt fehlt 🙂 .

Tipp: startet in der Anfangsphase eine Suche nach Bildern, die Euch für das Layout nützlich sein können. Nutzt die Google-Bilder-Suche (durch Wahl der entsprechenden Einstellungen), um Euch Bilder zu liefern, die zur kommerziellen Nutzung und zur Veränderung freigegeben sind.

Ende 2018 war hierzu in der Bildersuche auf „Tools“ zu drücken, anschließend „Nutzungsrechte“. Ein Bildschirmfoto der nötigen Auswahl bei Google findet Ihr unten.

Spielt mit Suchbegriffen, bis Ihr Bildergruppen findet, die für Eure Webseite nützlich sind. Ladet 10-20 Stück herunter und speichert sie in ein Bildvorlagenverzeichnis (z.B. „Vorlagen\Freie Bilder“). Während Ihr Texte erstellt, dienen sie Euch anschließend zur optischen Auflockerung.

Tipp: prüft, welche Inhalte andere Personen mit ähnlichem Dienstleistungsangebot in ihre Web-Seiten eingefüllt haben. Erstellt aus Euren Eindrücken eigene Inhalte. Spielt mit den „Themes“, die das CMS bietet.

Aktion: ergänzt Eure Webseite um Google Analytics. Installiert Euch Google Analytics auf Eurem Smartphone. Sinn der Übung: Ihr bekommt – frei Haus ins Smartphone geliefert – einen Überblick über die Besucherzahlen Eurer Webseite.

Ein Beispielbild findet Ihr rechts. Es zeigt diese Webseite hier :-), in ihrer ersten Woche nach Freischaltung.

Aktion: erstellt Office-Vorlagen, insbesondere eine Powerpoint-Vorlage und eine Briefvorlage, speichert Sie auf Eurem NAS geeignet ab. Zum Beispiel in einem Ordner „Vorlagen“.

Aktion: erstellt Euch einen einfachen Liquiditätsforecast in Excel / Access. Dieser dient dazu, dass Ihr einen Forecast Eurer Einnahmen und der Liquidität habt. Die Einträge Eures Systems dienen Euch gleichzeitig dazu, eine Auftragsakquise und deren Folgen im Blick zu behalten.

Die Implementierung hängt von Eurem Geschäfts-Case und Euch ab. Sie muss zu Beginn ausdrücklich nicht hübsch sein. SIe muss Euch „nur“ zeigen können, in welchem Monat welches Geld mit welcher Wahrscheilichkeit kommt. Bildet eine Saldo über diese Gelder.

Ein kurzer Eindruck meiner Implementierung: untere Abildung zeigt die Struktur einer Access-Datenbank, die ich zu diesem Zweck einrichtete.

Man erkennt im Bild zwei Tabellen „Buchungen“ und „Projektbeschreibung“. Eingehende und ausgehende Gelder bilden jeweils eine Zeile in der Tabelle „Buchungen“. Einträge in „Buchungen“ wiederum sind Einträgen der Tabelle „Projektbeschreibung“ zugeordnet.

Projekte werden zuerst in „Projekte“ als Zeile angelegt und mit einer Wahrscheinlichkeit versehen. In Buchungen bekommen dann Ein- und Ausgaben für dieses Projekt in sinnvollen Zeitabständen je einen Eintrag (Tabellenzeile). Ziel der Übung ist primär, aus all den Einträgen per Klick in Access eine Abfrage generieren zu können, welche mir meine Liquidität über die nächsten Monate erstellt 🙂 .

Aktion: richtet einen Spiegel Eures NAS auf Eurem Laptop ein. Es gibt diverse Software, welche die Funktion erfüllt, die Dateien eures Firmenservers (NAS) mit einem Spiegel auf der Festplatte Eures Laptops zu synchronisieren. Dies ermöglicht Euch insbesondere, an fast beliebigen Orten (z.B. im ICE, im Frühstücksbereich eines Restaurants, …) zu arbeiten. Dies hilft Euch, Euch auf Eure Arbeit zu konzentrieren, anstatt z.B. unterwegs Internetverbindungsprobleme zu lösen. Ich nutzte hierzu FreeFileSync. Einen Screenshot meiner Konfiguration seht Ihr unten.

Man erkennt, dass ich die für mich auf Reisen wichtigsten Ordner meines NAS (privater Briefverkehr, private Dateien aus 2018, alle Dateien des Ingenieurbüros) jeweils zwischen Server und Laptop synchronisieren lasse. Hauptvorteil: wenn der Laptop defekt ist, kann ich fast störungsfrei mit dem nächsten Rechner weiterarbeiten – weil schlicht alle Dateien synchron auf dem NAS liegen. Habe ich einen Wasserschaden im Haus, der mir das NAS zerstört, bestelle ich ein neues NAS, arbeite mit dem Laptop weiter… und spiele das Backup des NAS ein, für das ich Strato monatlich 10€ bezahle. Ihr müsst es nicht genauso machen – aber eine Umsetzung dieser Grundprinzipien ermöglicht entspanntes kontinuierliches Arbeiten 🙂 .

Aktion: bestellt einen ersten Stapel Visitenkarten. Da Euch ja inzwischen Rohdateien eines Logos und Eure Grundfarben vorliegen, ist dies eine Sache von 1-2h. Sucht Euch im Internet einen Anbieter für Visitenkarten und bestellt. Ich persönlich nahm den Anbieter „Overnights“. Ich nahm ferner nicht eines seiner vorgefertigten Layouts, sondern lud mir von ihm eine Word-Vorlage einer Visitenkarte herunter und befüllte sie mit einem von mir gewählten Layout.

Abschließende Worte

Wie Ihr hiernach weitermacht, ist weitestgehend Euch überlassen und hängt von Euren konkreten Fähigkeiten ab. Für eine gewisse Ernsthaftigkeit und Seriösität des Auftretens kann ich aber nur empfehlen, den Großteil des obigen erledigt zu haben 🙂 .

Ich freue mich über Eure Rückkopplungen!


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Here we go (again)

Mit Schreiben dieses ersten Beitrags vervollständige ich gerade meine neuen Webseiten.

Auf dem Weg des Wechsels zurück zur Arbeit als freier Ingenieur wirkten viele Impulse auf mich ein.

Insbesondere hatte ich in der vielfältigen und abwechselungsreichen Arbeit als Gründer eines Start-Ups und Geschäftsführer eines Unternehmens der KOMET-Gruppe viele Eindrücke gewonnen, die in anderen Kontexten anwendbar sind.

Im Sommer 2018 brachte das Privatleben dann „erhöhte Flexibilitätsbedarfe“ mit sich, welche ihre Beachtung bekommen möchten und sollen 🙂 .

Die Integration der ehemaligen KOMET-Gruppe in die Ceratizit-Gruppe führte dann im Herbst 2018 zu erheblichen Umstrukturierungen meiner Firma in Hannover. Diese wiederum konnte man auf Basis beidseitig toller und vertrauensvoller Kommunikation dazu nutzen, beidseitig neue Wege anzugehen.

Ich freue mich zu sehen, wie sich – weit vor meinem offiziellen Start in die Funktion eines freien Beraters (1.1.2019) – immer mehr interessante Projekte und Aufgaben abzeichnen 🙂 . Ich freue mich auf die Zusammenarbeit!

(Jan Brinkhaus)


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